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Ist im Krieg alles erlaubt?

Erstellt von Andreas Brandl am Dienstag 13. Januar 2009

Censorship causes blindnessIm Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“ sagt der Volksmund – wirklich?

Was sieht, hört und liest man zur Zeit nicht für schreckliche Dinge aus dem Gaza-Streifen, von dem ich bisher dachte, dass das eben ein Krieg sei und da sowas „normal“ wäre. Was sich aber wirklich bei den israelischen Angriffen auf die Palästinenser abspielt, bekommt man durch das Presse-Verbot überhaupt nicht mit.

Außerdem ist ja die Kriegspropaganda extrem wichtig geworden, sodass man nun überhaupt nicht mehr weiß, was man glauben soll.

Da ist man dann schon dankbar, wenn mal ein Bericht auftaucht, der von den Vorzeichen her nach einer neutralen Beurteilung aussieht: Ein Israelischer Friedenaktivist der Pro Palästinenser schreibt!

heise.de hat heute einen ziemlich guten Bericht von Uri Avnery, Gründungsmitglied des Israelischen Rats für Israelisch-Palästinensischen Frieden und ehemaliger Knesset-Abgeordneter, veröffentlicht:

„Nicht lange zuvor wurde in England ein ähnliches Verbrechen begangen. Die Churchillbande versteckte sich inmitten in die Londoner Bevölkerung und missbrauchte Millionen von Bürgern als menschliche Schutzschilde. Die Deutschen waren so gezwungen, ihre Luftwaffe zu schicken und die Stadt widerwillig in Schutt und Asche zu legen.“

Ist die gelungene Provokation des Lesers am Anfang, die einem aber Klarheit über die verschiedenen Blickpunkte einer Sache vermittelt.

„Eine Person ohne Fantasie wie Barak (sein Wahlslogan heißt: „Nicht ein netter Kerl, sondern ein Führer“) kann sich nicht vorstellen, wie anständige Leute rund um den Globus auf solche Aktionen wie die Tötung ganzer Großfamilien, die Zerstörung der Häuser über den Köpfen ihrer Bewohner, auf die Reihen von Jungen und Mädchen in Leichensäcken, auf die Berichte über Leute, die tagelang zu Tode bluten, weil die Krankenwagen nicht zu ihnen durchgelassen werden, auf das Töten von Ärzten und Sanitätern, die auf dem Weg sind, Leben zu retten, auf Berichte über das Erschießen von UN-Fahrern, die Lebensmittel bringen, reagieren…“

Der Wahlslogan ist für einen Politiker Israels schon recht unglücklich gewählt, wenn man dieser Übersetzung glauben darf. Alles in allem ein recht lesenswerter Bericht:

Uri Avnery Die Lügen des Kriegs – Warum Israel den Krieg nicht gewinnen und die Hamas ihn nicht verlieren kann

Ebenfalls sehr lesenswert:
André Marty – Stell dir vor es ist Krieg, und einer geht auch nach zwei Wochen noch hin

 
 

Ein Kommentar zu “Ist im Krieg alles erlaubt?”

  1. StoiBär » Blog Archiv » Die Lügen des Krieges sagt:

    […] Autonomiegebieten kann ich Euch nur nahelegen, ihn auch zu abonieren. Auch wenn er aufgrund der israelischen Zensur nicht in der ersten Reihe sein kann – kein anderer erscheint mir dieser Tage so glaubhaft, wie er. […]

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