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10-Euro-Scheine oder jammernde Mädels im Unterschichtenradio

Erstellt von Andreas Brandl am Freitag 20. Oktober 2006

Harald Schmidt war es, der nach seinem Wechsel zur reichen und Sendeauftrag besitzenden ARD seinen vorherigen Arbeitgeber bzw. alle privaten TV-Kanäle als „Unterschichtenfernsehen“ bezeichnete, da diese sich auf alles stürzen was irgendwie „sendbar“ sein könnte und Quote brächte.

Konsequenterweise wären dann aber auch die privaten Radiosender als „Unterschichtenradio“ zu bezeichnen…und wenn man sich dann auch mal umhört ist da durchaus was dran:

So hört man in letzter Zeit von Leuten, die wegen dem ewigen Nils-Genöle und den geheimen Geräuschen der Antenne aus Bayern auf Bayern1 umgestiegen sind – und diese Leute sind grade mal 30 und nicht unbedingt Volksmusik-Fans! Andere ertragen es nicht mehr das beste Wetter oder den aktuellsten Verkehr zu hören und steigen deshalb auf Bayern2 um. Wieder andere starten im Netz einen Aufruf: Nennt mir gute Radiosender!

Mir geht es seit längerem genauso

Das unerträglichste ist derzeit doch wohl „Shakira-Shakira„: es wird alle 5 Minuten gedudelt und immer hab ich die Bilder dieser Schlangenfrau mit dem „Doppelnamen“ vor mir! Jaja, „my hips don´t lie„, dass denk ich mir auch wieder, wenn der Weihnachtsschmaus vorbei ist…!

Außerdem ist es inzwischen auch so, dass nach dem Erfolg von „Wir sind Helden“ und „Juli“ (Das is die perfekte Welle…) jede Frau die irgendwas auf deutsch jammert im Radio abgeleiert wird – egal was sie da von sich gibt! Noch dazu erdreistet sich ein Lokalsender in Nürnberg sogar „5 Hits am Stück“ anzukündigen und nach jedem Lied zu unterbrechen um uns mitzuteilen, dass da grad 5 Hits ohne Unterbrechung laufen!

Ich traf vor einiger Zeit mal eine Reporterin von Radio „Wir spielen jedes Lied tot“ Energy und fragte sie, wann sich ihr Sender „endlich mal ne 3. CD“ zulegt. Sie erklärte mir dann ganz sachlich (anscheinend wurde sie schon öfter angesprochen) dass das so sein müsste, wenn man „Hitradio“ sein wollte. Da muss man nämlich „in einer Stunde eine gewisse Zahl von Songs aus den aktuellen Top20 spielen“. Aha, das würde aber nicht erklären, warum wenn man NRG z.B. zum Renovieren laufen lässt, man nach 3 Stunden sagen kann, was als nächstes gespielt wird…

Zu einer positiven Auswirkung dieses neuen Gewinnspiel-Hypes bringt es Antenne Bayern in Würzburg mit ihrer „Der Tausch Ihres Lebens“-Aktion. Der Sender hat 10-Euro-Banknoten in Umlauf gebracht und verspricht nun demjenigen, der einen dieser nach Schein-Nr gelosten 10ern in Händen hält sage und schreibe 10.000,-Euro! Als Folge sind viele Leute auf diese Scheine so scharf, dass das deutsch-spanische Restaurant „De La Plancha“ in Würzburg für jeden 10-Euro-Schein, den man beim Bezahlen hergibt, 3 € wieder zurückgibt!!

Die aktuelle Seriennummer des Antenne Bayern 10ers finden Sie übrigens hier (ein toller Service übrigens von Herrn Süß)

 
 

2 Kommentare zu “10-Euro-Scheine oder jammernde Mädels im Unterschichtenradio”

  1. Gaby sagt:

    Aus genau diesen Gründen bin ich schon vor geraumer Zeit auf Bayern 2 umgestiegen.
    Ab und zu gucke ich jedoch, was auf B3 los ist – und höre Moderatoren, die sich selbst feiern, in einer Art ‚Kindersprache‘ mit ihren Hörern sprechen und noch witziger als witzig sind.
    ‚Antenne Bayern‘ find ich noch schlimmer.

    Bislang hatte ich schon fast an mir selbst gezweifelt, weil mich das kommerzielle Radioprogramm (obwohl: B3 ist ja ‚öffentlich-rechtlich 🙁 ) so nervt – aber ich glaub, so unrecht bin ich auch wieder nicht 😉

    (Admin: „…sich selbst feiern…“ und „…witziger als witzig sind…“ Sehr trefflich! 🙂 )

  2. angra dos reis sagt:

    Hallo Gabi,

    geht mir ebenso. Lairfari und Ding Dong spielen keinen guten Song. Neben Bayern 2 kann ich Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur empfehlen:

    http://www.dradio.de/

    Manchmal fahre ich bei Freunden im Auto mit und muss Unterschichtenradio hören. Ich verstehe nicht, wie man das aushalten kann. Nach jedem Lied wird der Name des Senders und die Frequenz genannt. Haben die Hörer Alzheimer?

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