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Blogger aus der Frankenmetropole Nürnberg

Rassentrennung in Las Vegas

Erstellt von Andreas Brandl am Mittwoch 11. Juli 2007

Ich habs hier ja schon mal ausgeführt, dass Krankheit bildet – natürlich nur, solange es sich um etwas harmloses handelt. Nun bin ich mal wieder in Decken gewickelt und habe etwas wirklich erstaunliches auf Discovery Geschichte gesehen:

Die Dokumentation „Schwarzes Las Vegas – Zutritt durch die Hintertür“ behandelt die Rassendiskriminierung in Amerika, die bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts reichte, am Beispiel von Las Vegas, wo dieses Gebaren die absurdesten Blüten trieb.

Im Jahe 1942 wurde der Ort in der Wüste von Nevada zur Stadt des Glücksspiels und mußte dafür immer mehr zahlungskräftige Leute anlocken. Da diese aber auch ordentlich unterhalten werden wollten, buchte man die angesagtesten Sänger und Entertainer dieser Zeit für Auftritte. Doch ein Großteil dieser hatte eine dunkle Hautfarbe.

Um aber die rassistischen weißen Kunden nicht zu verlieren, behielt man kurzerhand die bestehenden Verbote für Schwarze bei, wie z.B. kein Betreten des Strip und keine Übernachtung in einem Luxus-Hotel. Es war also an der Tagesordnung, dass berühmte Künstler vor hunderten Menschen sangen, begeistert gefeiert wurden und dann über die Hintertür der Küche den Veranstaltungssaal zu verlassen hatten.

Wie krank die Denke der „Weißen“ damals war zeigen die Beispiele von Lena Horne und Sammy Davis Jr.:

Lena Horne sollte 1947 im Hotel Flamengo von Benjamin „Bugsy“ Siegel auftreten, aber bitte wo anders übernachten. Sie beschwerte sie daraufhin beim Mafiaboss persönlich und dieser genehmigte „ausnahmsweise“ ihren Aufenthalt für ein paar Tage. Doch während der Zeit wechselten jeden Morgen Zimmermädchen die Bettwäsche und verbrannten die benutzen Laken! Lena Horne war für 9 Jahre die einzige Schwarze, die in Vegas in einem Luxus-Hotel übernachten durfte.

Bei Sammy Davis Jr. wurde es noch „beknackter“, vor allem, da wir alle wissen, wie sehr die Amis ihn verehrt haben. Dieser wurde 1959 zusammen mit Frank Sinatra bei Auftritten im Hotel Sands (wo sie sich einen Namen als „Rat Pack“ machten) gefeiert, durfte aber nur nach energischer Intervention von „Frankie Boy“ dort übernachten. Eines Abends wollte Sammy den Hoteleigenen Pool nutzen und sprang „gekonnt ästhetisch“ ins kühle Nass. Am nächsten Morgen, als sich ein paar Texaner beschwerten, lies das Hotel das Wasser des Pools wechseln! Und das in der Wüste und immerhin fast 4 Jahre nachdem Rosa Parks mit ihrem „Montgomery Bus Boycott“ mehr Respekt für „Colored People“ erkämpft hatte.

Gut, jetzt mag mancher sagen: Das ist lange her. Aber es gibt Gegenden in den USA, da ist das immer noch so!

Wie würde Asterix sagen: Die spinnen die Amis!

 
 

2 Kommentare zu “Rassentrennung in Las Vegas”

  1. Oliver Muenk sagt:

    Das finde ich ja wirklich heftig. Ich war ja im Mai trüben und auch in Las Vegas, aber das wusste ich noch gar nicht! Der Mensch hat schon ein krankes Hirn

  2. Bayern-wolln-mer.net » Mir san mir heißt ohne Franken « sagt:

    […] Ebenso auch die Meinungen der interviewten Passanten auf der Strasse: Der Verlust der Demokratie wurde angemahnt (Anm.: Seit wann hat Bayern was mit Demokratie zu tun?), man fühlte sich nicht mehr vertreten in München und eine Dame wurde drastisch: Dass die unbedingt einen Oberbayern wollten, das sei schon “Rassismus“! […]

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